Wir leben in einer binären Welt, die Erwartungen an die Geschlechter hat. Menschen haben sich in Stämmen so weit entwickelt, nun sind wir heute umgeben von hierarchischen Strukturen wie der Kirche und dem Staat, in denen wir uns ganz bewusst dazu entscheiden müssen, zusammenzuarbeiten. Wenn Menschen in diesem Zusammenhang anders sind, dann kann das störend sein. Es gibt Gender-Identitäten, die Angst durch einen Mangel an Vertrauen auslösen können. Das sollte nicht so sein. Aufklärung und Bildung können daran etwas ändern. Man muss sich einfach nur mal mit einem Mitglied der LGBTQ+-Gemeinde unterhalten.
Direkt sind mir zwar nie Vorurteile begegnet, doch ich bin mir sicher, dass manches deswegen nicht passiert sind, zum Beispiel eine Einladung, die nicht ausgesprochen wurde, oder ein Vorstellungsgespräch, das nicht stattgefunden hat.
Sie bringen oft Reibung mit sich und können von der Norm abweichen. So wie es eigentlich alle Individuen tun können. Sie sind Teil einer vielfältigen, inklusiven Welt. Cis-Menschen müssen oft nicht so viel kämpfen, deswegen wertschätzen sie ihre Position vielleicht nicht so sehr oder sind weniger engagiert dabei, diese zu halten, nachdem man ihnen eine Chance gegeben hat. Wenn du das Gefühl hast, für eine Stelle gemacht zu sein, dann bist du womöglich weniger dankbar. Wenn ich der Meinung bin, dass ich eine Position verdiene, bin ich schneller weniger motiviert mich immer wieder aufs Neue zu beweisen.
Nicht direkt. Ich bin mir aber sicher, dass gewisse Dinge auf Grund von Vorurteilen nicht passiert sind, zum Beispiel eine Einladung, die nicht ausgesprochen wurde, oder ein Vorstellungsgespräch, das nicht stattgefunden hat. In sozialen Kontexten sind Menschen warm und interessieren sich für mich. Veranstaltungen wie diese inkludieren mich. In meinem Privatleben ist es besonders schwierig für die Menschen, die mich vorher schon kannten, weil es ist, als würde man neu geboren werden. Wenn du jemanden aus deiner Schulzeit nach Jahrzehnten wiedertriffst, habt ihr euch womöglich auch so grundlegend verändert, dass es zu keiner einzigen Gemeinsamkeit mehr kommt.
Ein Unternehmen sollte sich für alle Angestellten gleich interessieren.
Vor allem hat sich mein Blick aufs Leben verändert. Wenn ich zurückschaue, dann erkenne ich die Person, die ich war, kaum wieder. Ich sorge mich jetzt viel mehr um die Menschen um mich herum. Vorher habe ich mich um Geld gesorgt. Reden, sich auszutauschen und Erfahrungen zu sammeln ist viel wichtiger für mich geworden. Alles, was ich jetzt tue, widmet sich Menschen. Die Hormone haben mich verändert. Ich fühle mich viel freier. Ich bin leidenschaftlicher und zugleich entspannter. Das ist wohl ein halbes Ja. Ich bin definitiv glücklicher. Nichts von dem, was ich tue, fühlt sich wie Arbeit an. Und ich will die Welt verändern.
Wenn jemand noch nie eine Person nach ihrer Angleichung kennengelernt hat, sollte sich das ändern. Es geht ja nicht direkt darum, jemanden anzustellen, sondern darum sich generell für alle Menschen zu interessieren. Geht es einer Firma nur darum, Pride zu vermarkten oder ist es ihnen wirklich wichtig? Unternehmen sollten das vorleben. Es sollte kein leeres Versprechen, vielleicht aufgrund von internalisierten Phobien, sein. Unternehmen sollten das überwinden. Viele Bewerber*innen wollen nicht die erste LGBTQ-Person in einer heteronormativen Umgebung sein. Es fühlt sich besser an von anderen Personen der LGBTQ-Gemeinde willkommen geheißen zu werden. Viele Personen wollen nicht automatisch zu Repräsentant*innen werden, das setzt sie nur noch mehr unter Druck.
Ich glaube, wir haben alle Vorurteile und sind manchmal voreingenommen. Da hilft es sich weiterzubilden. Finde heraus, was dich interessiert, engagier dich. So kannst du deine Vorurteile hinterfragen und loswerden. Am Anfang habe ich gedacht, dass es ein Problem sein könnte trans zu sein. Doch dann habe ich mich geoutet und war einfach ich selbst. Ich habe diese Phase überwunden. Am Anfang war ich extrem vorsichtig. Ich dachte, dass sich alle über mich lustig machen, dass mich alle anstarren. Das musste ich überwinden, um wieder ich sein zu können.
Wahrscheinlich durch die Menschen um mich herum. Jeden Tag treffe ich neue Menschen, die mich inspirieren. Ich kneife mich ständig selbst, weil ich inkludiert werde und ein Zugehörigkeitsgefühl empfinde. Ich genieße diese Reise. Das ist es, was ich machen möchte. Es gibt mir den Glauben daran, dass ich zähle und meine Stimme gehört wird. Das motiviert mich. Gerade gibt es ein Momentum für diese Entwicklung.
Du bist immer du. Also fühl dich wohl mit dir selbst. Die Menschen werden dich lieben, wenn du mit dir selbst im Reinen bist.
Ich habe vorher 20 Jahre in der IT-Branche gearbeitet. Das ist irgendwann mühsam geworden. Es war immer das Gleiche. IT ist notwendig und braucht Innovation und fühlt sich irgendwann trotzdem wie eine Wiederholung der immer selben Sache an. Das hat mich frustriert. Außerdem war ich unsicher, ob ich in dieser Welt so akzeptiert werde, wie ich bin. Das ist alles zeitgleich passiert. Mein Geschäft hat mich zurückgehalten. Jetzt lebe ich mein neues Ich. Quasi die zweite Version and die gehört allein mir. Ich war Version 1, doch das war jemand anderes. Jetzt habe ich einen Neustart gemacht und lebe eine neue Leidenschaft.
Glaube an dich selbst. Es ist nicht einfach alles zu verändern, was du bist. Du musst dich in deiner Haut wohlfühlen. Sei du selbst. Denk über deinen Einfluss auf Menschen nach und was du damit erreichen willst. Sei mutig und selbstbewusst. Die Welt ist hart, ja, aber sie ist nicht unbedingt gegen dich. Gerade wenn du nicht aus einem privilegierten Umfeld kommst. Das musst du akzeptieren, um bessere Entscheidungen zu treffen. An vielen Orten auf der Welt spielt es keine Rolle, ob du trans oder cis bist. Du bist immer du. Also fühl dich wohl mit dir selbst. Die Menschen werden dich lieben, wenn du mit dir selbst im Reinen bist.